T'was the night before Christmas -

(von Clement Clark Moore) Übersetzt Erich Kästner

'S ist am Vorweihnachtsabend und im ganzen Haus
Da regt sich kein Wesen, nicht mal eine Maus.
Die Strümpfe, die hängen fein still am Kamin,
Man hofft ja, der Niklaus soll bald sie dort seh'n.
Wir sitzen gemütlich und nicken halb ein.

Doch plötzlich ist draussen solcher Lärm, 's ist ein Graus,
Ich stürze ans Fenster, reiss es auf, schau hinaus.
Was seh ich? Unglaublich! Kann den Augen kaum traun,
Vor'm niedlichen Schlitten acht Rentierchen, braun,
Und ein Kutscher nicht jung aber flink und fidel,
Muss doch Nikolaus sein, denk ich gleich. Meiner Seel!
Nur'n Augenblick noch, auf dem Dach ein Gerufe

Und das Stampfen und Scharren der sämtlichen Hufe.
Kaum schliess ich das Fenster und drehe mich um,
Schon kommt durch den Schornstein der Nikolaus, rum bum!
In Pelz eingehüllt vom Kopf bis zum Fuss.

Doch der Pelz hat gelitten, ist voll Asche und Russ.
Mit dem Sack auf dem Rücken voll Spielwaren fein
Scheint der heilige Klaus ein Hausierer zu sein.
Hei, wie blitzen die Augen, und Grübchen, ei was!
Die Wangen wie Rosen, wie 'ne Kirsche die Nas.
Sein Gesicht ist vergnügt und sein Bäuchlein, o weh!
Das wackelt beim Lachen wie'n Haufen Gelee.
Kein Wort wird gesprochen, ans Werk geht er stracks

Und füllt alle Strümpfe, dann dreht er sich, knacks!
Schon hat er gegrüsst, ist den Schornstein hinauf,
In den Schlitten hinein, und die Rentier im Lauf.
Doch eh' er auss' Hörweit, da ruft er und lacht:
Frohe Weihnachten all' und nun alle Gut Nacht!

Danke an Strubbel ür die Grafik.

 

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